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dieſer Welt, wo ſie bereits ſo viel gelitten, und be⸗ ſchloß ihrem Daſein ein Ende zu machen. Ohne ſich zu beſinnen, eilte ſie auf die Straße und lenkte ihre Schritte nach dem Iſarfluß.
Um dieſelbe Zeit promenirte ich mit dem Regie⸗ rungsrath Heyſe längs dem Ufer des Fluſſes, als wir plötzlich ein Weib nach demſelben hinunter eilen ſahen. Heyſe ſtand nächſt dem Rande, als ſie, ohne auf ihn Acht zu geben, vorüber eilte. 6s gelang ihm gerade in dem Augenblick, ſeine Arme um ihren Leib zu ſchlingen, als ſie ſich in das Waſſer ſtürzen wollte. Nach einem faſt raſenden Kampfe von ihrer Seite, um ſich loszureißen, bekam ſie Krämpfe, die mit einer Ohnmacht ſchloßen, wo⸗ rauf wir ſie nach Heyſes Wohnung am Iſarthore brachten.
„Achl gnädige Frau, dieß iſt nur ein kleiner Tropfen aus dem bitteren Kelche, welchen Amalia zu leeren verurtheilt war. Aber bevor ich weiter gehe, muß ich über einige von meinen eigenen Familien⸗ verhältniſſen Rechenſchaft ablegen, weil ſie nachher mit den Ihrigen in Berührung kommen. Ich bin aus einer alten adeligen, aber armen Familie in Baiern. Wir waren zwei Kinder, eine Schweſter, Leona, und ich. Leona wurde mit einem jüngeren Bruder des Regierungsraths Heyſe verheirathet, wel⸗ cher Kapitän in einem Huſarenregiment war und nur ein mittelmäßiges Vermögen beſaß. Der Regierungs⸗ rath war dagegen als älteſter Sohn ſehr reich.
Leona hatte nur ein Kind, einen Sohn von
Schwartz, Die Leidenſchaften. 17


