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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Zeit an Ahl nennen und nahm nie mehr den Na⸗ men der Familie an. Als Mamſell Ahl lernte ich ſie auch kennen.“

Der General hielt einen Augenblick inne.

„Ich war zu jener Zeit Adjutant des Thron⸗ folgers und kam in dieſer Eigenſchaft oft in Berüh⸗ rung mit der Oernhjelm'ſchen Familie, wo ich jenes ſchöne, aber ſo tief betrübte Mädchen ſah und liebte, welches als Geſellſchaftsdame und Vorleſerin bei der Gräfin in Dienſten ſtand.

Etwas über ein Jahr war verfloſſen. Eines Tages kam von Schweden die Nachricht von der Hei⸗ rath des jungen Grafen Falkenhjelm mit einem rei⸗ chen, hochgeborenen Fräulein. Die Gräfin ließ dann Amalia zu ſich rufen und theilte ihr ohne alle Vor⸗ bereitung mit, daß der Bruder jetzt verheirathet ſei; ſie fügte ferner hinzu, daß ſie für ſie eine jährliche Penſion ausgeworfen habe, ſo daß es von Amalia ſelbſt abhänge, ob ſie in Bayern bleiben, oder nach Schweden zurückkehren wolle; daß aber die Gräfin wünſchte, daß ſie je eher je lieber ihr Haus verließe. Der Schlag traf das arme Mädchen ſo ſchonungslos, daß ſie leblos zu Boden ſtürzte. Als Amalia wieder zur vollen Beſinnung erwachte, lag ſie allein in ihrem Zimmer auf einem Sopha. Gänzlich zerſchmettert von Schmerz bei dem Gedanken an die Treuloſigkeit, deren Opfer ſie geworden, und daß ſie auch von ihm verrathen worden ſei, den ſie ſo innig liebte, wurde Amalia's Herz von Verzweiflung ergriffen. Verlaſſen und verſtoßen von allen, blieb ihr nichts übrig als der Tod. Sie wollte fort aus dieſem Hauſe, aus