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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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die Eltern des Grafen der unſchuldigen Liebe des Sohnes und Amalia gegeben. Durch jene abſcheuliche Erfindung gelang es ihnen, ſich ſelbſt zu entſchuldigen und ihren Handlungen einen Schein von Edelmuth zu verleihen.“

Der ariſtokratiſche Egoismus iſt furcht⸗ bar; denn für ihn gibt es nichts heiliges— und nichts, was niedrig genug wärel

Die Verzweiflung der armen Tochter zu ſchildern, als ſie den faſt grauſamen Brief der Mutter las, wäre vergebens. Sie hatte ſich durch eine Vorſpie⸗ lung blenden laſſen, deren ganze Unzuverläſſigkeit ſie erſt jetzt einſah; denn die Gräfin Oernhjelm hatte ihr Benehmen gegen ſie gänzlich verändert. Nachdem ſie weit genug entfernt waren, um es wagen zu können, erklärte die Gräfin, daß eine Verbindung zwiſchen dem Bruder und Amalia gänzlich unmöglich ſei, ſowie auch, daß man ſie nur mitgenommen hätte, um einen ſol⸗ chen Scandal vorzubeugen u. ſ. w. Nebenbei ließ die Gräfin alle ihre Handlungen ſtreng bewachen und ausſpioniren, ſo daß Amalia ohne ihr Wiſſen nicht das Allergeringſte unternehmen konnte. Indeſſen hiel⸗ ten ſie die Hoffnung und der Glaube an ihn, den ſie ſo innig liebte, noch aufrecht. In vollem Ver⸗ trauen, daß der junge Graf endlich ihr zu Hilfe kom⸗ men würde, wenn er nur erführe, wo ſie ſei, ſchrieb ſie heimlich einen Brief an ihn; aber dieſer wurde wahrſcheinlich von der Gräfin aufgefangen, denn der⸗ ſelbe kam ihm nie zu Handen und Amalia wurde ſeit

der Zeit noch genauer bewacht.— Aus Achtung vor

dem Willen der Mutter ließ Amalia ſich von der