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Gaſtfreiheit für uns auf ein paar Tage zu bitten, da ich einſehe, wie unpaſſend es iſt, gleich bei Frau Liljekrona's Ankunft, ihr mit unſeren Fragen entge— genzutreten; aber es muß doch geſchehen, und darum finde ich mich gezwungen, durch Sie um ihre Gaſt⸗ freundſchaft zu bitten.“
„Ich gehe ſofort, um den Wunſch des Herrn General meiner Schweſter und meinem Schwager vorzutragen, und ich begreife vollkommen, daß das am Sterbebette gegebene Verſprechen erfüllt werden muß,“ antwortete Heinrich ſich verbeugend und ging.
Am Tage nach der Ankunft Thora's auf Breda⸗ hof ging Nina ganz früh Morgens zu ihr hinein.
Thora's Aeußeres hatte ſich bedeutend verändert; jedoch ohne daß man ſagen konnte, daß ſie etwas an ihrer feſſelnden Anmuth verloren hätte. Sie war zwar nicht mehr jene blendende Schönheit, welche ſtürmiſche Leidenſchaften erregte, aber ihr feines, lei⸗ dendes Geſicht, mit den großen, kummervoll träumen⸗ den Augen, war ſo edelſchön, daß man unwillkürlich dafür eingenommen wurde. Die reine Röthe auf den abgemagerten Wangen ſchien mit ihren Roſen es ver⸗ bergen zu wollen, daß der Tod ſich in ihr Herz ein⸗ geſchlichen.
Thora reichte Nina die Hand mit einem freund⸗ lichen, obgleich traurigen Lächeln.


