242 — ſonders da ich, ſeit Du hier Provinzialarzt geworden biſt, für mich ſelbſt keinen Wunſch mehr habe, der nicht erfüllt wäre. Oft kommt es mir vor, als ob das Glück mich egviſtiſch gemacht hätte, weil ich für meinen Theil mich ſo vollkommen glücklich fühle, ob⸗ gleich Perſonen, welche ich kiebe, ſo grenzenlos un⸗ glücklich ſind. „Aber Du haſt ja keine Schuld an ihrem Un⸗ glücke.“ „Thoras Leiden ſind doch ſo aufregender Natur geweſen, daß man ſie nie darf vergeſſen können.— Bedenke, daß ſie zu allen ihren übrigen Verluſten
noch den Tod der Tante Alm hinzuzufügen hat, welche
bei den gräulichen Ereigniſſen am Thiergarten vom Schlage getroffen wurde. Auch athmen ihre Briefe, obgleich ſie kurz ſind, eine Gemüthsſtimmung, welche beweiſt, daß ſie nicht vergeſſen kann. Wie fandeſt Du ihre Geſundheit?“
„Leider kann ich mich gar nicht darüber äußern, weil Thora alle Fragen, die darauf Bezug haben, unbeantwortet läßt, und gleichſam zu fürchten ſcheint, daß man argwöhnen möchte, ſie ſei nicht geſund. Ich
meines Theils fürchte viel von den Roſen, welche
jetzt ſo verrätheriſch auf Thora's Wangen blühen.“
E
Ach, Heinrich, womöglich noch glücklicher; be⸗
Die Wunde, welche ſie durch den Schuß
Emil's erhielt, hat alſo keine ſchweren Folgen hin⸗
terlaſſen?“ Nicht im geringſten, denn keiner der edleren Theile wurde verletzt.“
„Es freut und ſchmerzt mich zu gleicher Zeit,


