Dritte Abtheilung.
Unter allen Thieren übt der niedrig geſinnte Menſch ſeine Rache mit der größten Grau⸗ ſamkeit aus!
Drei Jahre ſind eine lange Zeit, wenn wir in die Zukunft blicken, aber eine ſehr kurze, wenn wir zurückblicken.— Und doch, wie mancher Schmerz wird nicht vergeſſen, wie manche Wunden werden nicht geheilt, wie manche Freude entſteht und ver⸗ ſchwindet nicht im Laufe dieſer Zeit?
Drei Jahre waren ſeit dem oben beſchriebenen blutigen Ereigniſſe verfloſſen.
Wir führen jetzt den Leſer bei Graf Hugo Oernhjeln auf dem ſtattlichen Bredahof im ſüdlichen Schweden ein. An einem dunkeln Oktoberabend ſaßen in einem kleinen aber geſchmackvollen Gemach eine junge Dame und ein Herr von einigen und dreißig Jahren von einem faſt düſteren Ausſehen. Auf dem Fußboden ſpielte ein hübſcher und luſtiger Junge von ungefähr zwei Jahren.
„Nun, meine gute Nina, fühlſt Du Dich fort⸗ während eben ſo glücklich, wie damals, als wir uns zuletzt ſahen?“
Schwartz, Die Leidenſchaften. 16


