Dich gefeſſelt haben würdeſt; während Du mir dagegen nie eine wahre Zärtlichkeit gewidmet, ſondern mich durch Deine Lauheit und durch Deinen Ehrgeiz in Landflüchtigkeit gejagt und mein Leben zu einer Plage gemacht haſt. Hätteſt Du mich wenigſtens meinen Haß und meinen Neid hehalten laſſen, ſo würde Deine Treuloſigkeit mir ein willkommener Vorwand geweſen ſein, Dich los zu werden; aber jetzt, nach⸗ dem Dein geheuchelter Edelmuth mich wieder auf Liebe und Glück hat hoffen laſſen, jetzt gibt es keine Strafe, die groß genug für Dich iſt.— Nehme mit Dir ins Grab meinen ganzen Abſcheu und den Lohn, welchen Dein unbeſonnenes Leben verdient.“
In demſelben Augenblicke wurde der Schuß ab⸗ gefeuert und Thora fiel, in der einen Seite getroffen, in ihrem Blute gebadet, zu Boden.
Beim Abfeuern des Schuſſes hörte man heftige Schläge an die Pavillonsthüre, auf welche indeſſen keiner von denen darinnen Acht gab; denn als Thora von Emil's Kugel fiel, ſtürzte Axel mit wahnſinnigem Gebrülle auf dieſen los, wurde aber dabei von Emil's zweitem Schuß im Kopfe getroffen. Beim Knalle des⸗ ſelben wurde die Thüre geſprengt und zu gleicher Zeit, wo Arxel rücklings fiel, ſtürzte— General Behrend, Eordula mit ſich ſchleppend, herein. Er blieb bei dem Anblicke, der ihm hier begegnete, wie verſteinert ſtehen, und rief Cordula, deren Arme er faßte, voll Entſetzen zu: Unglückliche! was haſt Du gethan? er war— Dein Bruder!“
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