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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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erhielt ich ſelbſt einen andern von unbekannter Hand aus Schweden. Ich wurde darin davon in Kenntniß geſetzt, daß Sie, Herr Oberſt, nachdem Sie die ſchöne That vollbracht, meine Frau zu verführen, es jetzt beabſichtigten, ſie zur Flucht zu verlocken. Mich, der ich einige Augenblicke vorher durch die Komödie Thora's mit deren Bilde überſchwenglich glücklich und vollkommen getäuſcht war, verſetzte jener Brief in einen raſenden Zorn. Ich begriff jetzt klar, daß Sie dadurch, daß Sie mich erſt empfinden ließen, was Sie für mein Glück und meinen Ruf hätten ſein können, mich den ganzen Verluſt fühlen laſſen wollten, den ich an Ihnen in dem Augenblicke erlitt, in welchem ich Ihre Unentbehrlichkeit einſah; aber ich ſchwur, mich zu rächen!— Ich bin Tag und Nacht gereiſt, um hieher zu kommen, bevor es zu ſpät und es Ihnen gelungen war, mir zu entkowmen. Ich kam endlich geſtern hier an. Als ich ans Land ſtieg, begegnete mir ein kleiner Jockey. Welcher mich darum erfuchte, mir einige Worte ſagen zu dürfen. Der Burſche war Cordula. Ich nahm ein Zimmer in einem Hotel und wartete dort den Augenblick ab, in welchem mein Zorn, gleich einem zermalmenden Don⸗ ner, Euch treffen würde. Heute um die Mittagszeit erhielt ich von Cordula die Nachricht, daß Thora heute Abend hier mit Ihnen zuſammentreffen würde.“— Emil fuhr mit der Hand über die Stirne.„In dieſem Augenblicke, Thora, wo keine Macht der Welt Dein Leben retten kann, ſiehſt Du gewiß ein, daß Du mit Deiner warmen und treuen Liebe, wie Du ſie an ihn verſchwendet haſt, mich mit unauflöslichen Banden an