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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Ich werde Dir nicht folgen, denn ich muß auf den Ausweg verzichten, welchen Du mir jetzt zeigſt, und Deine Rückkunft abwarten.“

Thora weinte heftig.

„Und warum?“ rief Axel leidenſchaftlich, indem er ihre beiden Hände ergriff, welche er heftig drückte. „Ach! Liebe iſt alſo nur ein Blüthenduft im Sonnen⸗ ſchein des Glücks; aber ſie verſchwindet bei der erſten Prüfung!“

„O, ſpreche nicht dieſe grauſame Sprache in einer ſo bittern Stunde! Du weißt nicht, wie viel es mich koſtet, meine Liebe der Pflicht zu opfern; aber, mein Arel, ich kann vor Gott und Menſchen nicht anders handeln. Soll ich denn Alle, die mich von Kindheit an geliebt haben, in Trauer verſetzen können?“

„Nein, Du kannſt es nicht; denn Deine Liebe iſt dafür allzu ſchwach, weil Du etwas in der Welt höher ſtellſt, als ſie. Indem Du die Wahl haſt zwiſchen jenen und mir, wählſt Du...“

„Dich!“ rief Thora leidenſchaftlich und führte ſeine Hände an ihre Lippen;„denn ich verzichte ja nicht auf Dich, ich warte nur.“

„Leb wohl, Thora; Du biſt nicht diejenige, die ich mir vorſtellte!“ antwortete Axel bitter.„Ich reiſe allein.“ Dabei machte er ſeine Hände los und ging auf die Thüre zu.

„O, Axel, Axel! Verlaſſe mich nicht ſo!“ flehte

Thora verzweifelt und ſtreckte die Arme nach ihm aus. Er drehte ſich um. Jeder Zug im Geſichte Thora's ſpiegelte den herzzerreißendſten Schmerz in

Verbindung mit der aufrichtigſten Hingebung wieder.