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„Ich bin ganz unvermuthet von meiner Regierung nach Hauſe berufen worden, und muß innerhalb eines Monats auf dem Wege nach München ſein. Aber wie ſollte ich mich von Dir entfernen können?— Unmög⸗ lich! Du haſt ſo oſt verſichert, daß Deine Liebe zu jedem Opfer fähig ſei; würdeſt Du auch feſt dabei ſtehen bleiben, wenn ich einen großen Beweis für die Wahr⸗ heit Deiner Worte verlangte?“
„Ganz gewiß werde ich das.“
„Nun gut, warum uns trennen, wenn wir es nicht nöthig haben?“
„Was meinſt Du?“.
„Du weißt, daß ich durch Familienverhältniſſe verhindert bin, mich jetzt, wie es mein Wunſch wäre, mit Dir zu verbinden. Ich muß zuerſt nach Hauſe; aber was zwingt uns denn, unſer Glück etwas ſo
Imaginärem, wie einer leeren Formalität, zu opfern; denn was iſt wohl eine Trauung anders?— Dein Herz gehört mir, und wir Beiden würden grauſam darunter leiden, wenn wir mehrere Monate getrennt von einander leben müßten.— Sei ſtark in Deiner Liebe, meine Thora, und zeige, daß Dir dieſe genügt.“
Axel hielt inne; es war, als wenn die Worte nicht heraus gewollt hätten.
„Nun, Axel?“ fiel Thora ein, als er ſchwieg.
Folge mir!“ rief Arel haſtig, und führte ihre Hände an ſeine Lippen.
„Mein Gott! Was ſagſt Du?“
Thora zog erſchrocken ihre Hände zurück.
„O, Thora! Iſt das Dein Muth? Iſt das Deine Liebe, wenn Du vot meinen bloßen Worten zurückbebſt?


