eine düſtere Wolke über ſeine Stirne und er ſenkte den ſeinigen. Die Worte ſtarben auf ſeinen Lippen. Es war ein Augenblick, in welchem ſein beſſeres Gefühl ihm zurief:„Halt!“ Seine Handlungsweiſe trat in ihrer ganzen Nichtswürdigkeit vor ſeine Seele. Nach⸗ dem er eine Weile geſchwiegen, hob Axel wieder an:
„Verzeihe mir, Thora— ich bin wahnſinnig.“
„Sage, was iſt es, das Dich plagt?“
„Was anders denn, als daß Du nicht meine Gattin biſt!“
„Warum ſprichſt Du aber nicht davon mit Tante? Gewiß wird ſie Dir nicht meine Hand verweigern,“ antwortete Thora naiv.
Eine dunkle Röthe verbreitete ſich über Axel's Ge⸗ ſicht, er neigte die heißbrennende Stirne gegen Thora und
fuhr mit der Hand darüber.
„Thora, es gibt einige Familienverhältniſſe, die
erſt geordnet ſein müſſen, bevor ich mit Deinen Ange⸗
hörigen ſprechen kann. Gebe Gott, daß ich bald ſo
handeln könnle, wie mein Herz es wünſcht.“ „Werde nicht traurig, mein Axel. Die Deinige
bin ich, wie es auch das Schickſal fügt, und warte„ geduldig.“
Während Axel und Thora ſo ſprachen, hatte Nina
ihre Augen auf ſie gerichtet, that aber, als wenn ſie auf
das hörte, was Emil ſagte.
„Es iſt mir unmöglich, mir das Benehmen der
Majorin zu erklären. Sie kann ſo wenig wie wir
Andern blind für ihre gegenſeitige Reigung ſein, und
doch läßt ſie Alles ſeinen Gang gehen, ohne von dem Lieutenant irgend eine Erklärung zu verlangen, oder


