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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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eine düſtere Wolke über ſeine Stirne und er ſenkte den ſeinigen. Die Worte ſtarben auf ſeinen Lippen. Es war ein Augenblick, in welchem ſein beſſeres Gefühl ihm zurief:„Halt!“ Seine Handlungsweiſe trat in ihrer ganzen Nichtswürdigkeit vor ſeine Seele. Nach⸗ dem er eine Weile geſchwiegen, hob Axel wieder an:

„Verzeihe mir, Thora— ich bin wahnſinnig.“

„Sage, was iſt es, das Dich plagt?“

„Was anders denn, als daß Du nicht meine Gattin biſt!“

„Warum ſprichſt Du aber nicht davon mit Tante? Gewiß wird ſie Dir nicht meine Hand verweigern,“ antwortete Thora naiv.

Eine dunkle Röthe verbreitete ſich über Axel's Ge⸗ ſicht, er neigte die heißbrennende Stirne gegen Thora und

fuhr mit der Hand darüber.

„Thora, es gibt einige Familienverhältniſſe, die

erſt geordnet ſein müſſen, bevor ich mit Deinen Ange⸗

hörigen ſprechen kann. Gebe Gott, daß ich bald ſo

handeln könnle, wie mein Herz es wünſcht.“ „Werde nicht traurig, mein Axel. Die Deinige

bin ich, wie es auch das Schickſal fügt, und warte„ geduldig.“

Während Axel und Thora ſo ſprachen, hatte Nina

ihre Augen auf ſie gerichtet, that aber, als wenn ſie auf

das hörte, was Emil ſagte.

„Es iſt mir unmöglich, mir das Benehmen der

Majorin zu erklären. Sie kann ſo wenig wie wir

Andern blind für ihre gegenſeitige Reigung ſein, und

doch läßt ſie Alles ſeinen Gang gehen, ohne von dem Lieutenant irgend eine Erklärung zu verlangen, oder