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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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raſchung, von ſeinen Worten und von ihrem eigenen Herzen hingeriſſen, lehnte ſie ſich gegen ſeine Bruſt und flüſterte ſchüchtern:

Fa, P Dich!“

Arme ra! hätteſt Du in dieſem Augenblick geahnt, welche Qualen und endloſe Leiden Dir Deine Liebe zuziehen würde, dann wäreſt Du gewiß von dieſem Manne geflohen, obgleich er ſchön war wie ein ver⸗ körpertes Ideal.

Axel war von Charakter egoiſtiſch, feſt und un⸗ beugſam, mit einem Herzen voll der heftigſten Nei⸗ gungen. Wurde er von einer Begierde, von einer Leidenſchaft ergriffen, dann mußte dieſelbe befriedigt werden. Mit einer Beharrlichkeit, welche niemals er⸗ müdete, ſuchte er alle ſeine Wünſchen zu befriedigen, ohne zu berechnen, oder auch nur darnach zu fragen, was Andere dabei leiden oder opfern mußten.

Thora dagegen, von Natnr ſchwach und nach⸗ giebig, feurig und ſchwärmeriſch, mit einem reinen, unſchuldigen Herzen, überſpannter Phantaſie und mit einer Schönheit begabt, die jeden Mann entzücken und feſſeln mußte, war gerade ein Weib wie Arxel ſich das Ideal einer Geliebten geträumt. Mit den reinen Ge⸗ 5 fühlen der erſten Liebe ſchloß ſie ſich wie ein unbe⸗ ſonnenes Kind ohne Mißtrauen an ſein Herz, und überließ ſich ohne Widerſtand der Macht der Lei⸗

denſchaft.

Madame Staél ſagt irgendwo:„Die Mutier kann ihr Kind, das Kind die Mutter ver⸗ geſſen; aber niemals kann das Weib ſeine erſte Liebe vergsſſen“ So war es mit Thora.

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