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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Nachdem ſie zu Mittag gegeſſen, fragte der Onkel:

„Willſt Du mich zum Fiſchen begleiten?“

„Nein, ich danke; laß mich um Alles von jener Quälerei verſchont ſein, wozu mir alle Geduld fehlt,“ antwortete Thora lachend.

„Wie Du willſt, liebes Kind; amüſire Dich auf eigene Hand; denn ich rudere hinaus.“

Damit richtete der Kapitän ſeinen Cours nach dem Seeufer, wo. ſein Boot lag und ſchaukelte.

Thora nahm eine Zeichenmappe, und ſetzte ſich in den Pavillon, um zu zeichnen. So war eine Stunde verfloſſen, als ſie ein Pferd in der Allee galoppiren hörte. Die Wangen brannten ſchon hochroth, als ſie nach der Thüre eilte, um zu ſehen, wer es ſei; aber die Krümung des Weges hinderte ſie daran. Sie blieb jedoch eine Weile ſtehen und lauſchte. Einen Augen⸗ blick ſtand Axel von Befriedigung ſtrahlend vor ihr. Endlich,“ rief er, und ergriff ihre Hände,„treffe ich Thora allein. O! wie ſehr habe ich mich nach dieſer Stunde geſehnt, wo ich ſagen darf, wie hoch, wie grenzenlos ich Dich liebe; nicht wahr, meine Blicke und jeder meiner Seufzer haben Dir geſagt, daß Du mein Leben, mein Glück, mein Alles biſt! Thora, jage, daß ich mich nicht betrogen habe, daß Du auch mich liebſt, mit einer ebenſo heißen und glühenden Liebe liebſt, wie die meinige iſt; daß unſere Gefühle ſich zu einem einzigen aus einem gemeinſamen Herzen entſprungenen Gefühle vereinigt haben! Er bedeckte Thora's Hände mit ſeinen Küſſen. Von der Ueber⸗