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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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ihr den Irrthum. Emil ſtand ganz bleich vor ihr und fragte ganz ernſt, ob er die Ehre haben könnte, die nächſte Francaiſe mit ihr zu tanzen. Thora ant⸗ wortete ja und ſtand auf.

„Ein Wort, Mamſell Thora, nehmen Sie ſich in Acht, ſich von jenem Fremden bethören zu laſſen,“ ſagte Emil und ergriff ihre Hand.

„Warum eine ſolche Warnung gerade von Herrn

Liljekrona, welcher eine neuere Bekanntſchaft iſt?“ ant⸗

wortete Thora etwas ſtolz.

„Mag es ſo ſein, aber ich bin doch Ihr Lands⸗ mann und darum ein zuverläſſigerer Freund.“

Emil begleitete Thora nach dem Pavillon.

Sie walzte nicht mehr.

Nina kehrte im Laufe des Abends von ihrem Brüder Doktor Adler begleitet nach der Stadt zurück; aber ihre Seele war voll Unruhe wegen Thora. Ver⸗ gebens hatte ſie Frau Alm's Aufmerkſamkeit auf die Neigung geleitet, welche, wie Jedermann ſah, zwiſchen Thora und Arxel im Entſtehen war. Die Majorin hatte Nina geantwortet, daß Lieutenant Behrend ſehr reich und alſo eine ganz gute Partie für Thora ſei.

Als Thora ſpät Abends in ihr und Cordulas Zimmer eintrat, fand ſie dieſe weinend auf ihrem Bette

liegend. Ein ſolcher Gefühlsausbruch war etwas

höchſt Ungewöhnliches bei dem verſchloſſenen Mädchen;