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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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„Iſt die Gegend hier nicht ſchön?“

„Daran habe ich noch nicht gedacht,“ antwortete der Lieutenant.

Nina, welche den Wechſel in Thora's Geſicht und den Ausdruck in des Lieutenants Augen beobachtete, ahnte, daß dieſes Geſpräch unterbrochen werden mußte; ſte ging deßhalb hin zu ihnen und ſagte in ſcherzen⸗ dem Tone:

„Ich habe einen Unwillen gegen den Lieutenant gefaßt.“

„Das wäre ein weniger chriſtlicher Einfall einem Fremden gegenüber, welcher noch nie das Glück gehabt, Sie früher zu ſehen. Auf welche Weiſe habe ich denn ſolche Gefühle bei Mamſell Adler hervorrufen können?“

„Der Herr Lieutenant iſt weder Schuld daran, noch haben Sie es verdient; derſelbe entſtänd nur da⸗ durch, daß Sie einen Brief mitbrachten, welcher mich zwingt, ſchon in ein paar Tagen den Roſenhügel zu verlaſſen. Ich halte Sie deßhalb für einen Unglücks⸗ propheten. Uebrigens iſt ja auch der Haß eine Phan⸗ taſie, und es amüſirt mich, der meinigen zu folgen.“

„Ich fordere Sie heraus, mich zu haſſen,“ und dabei heftete der Lieutenant einen eigenen Blick auf Nina.

„Grade dann thue ich es am meiſten,“ rief Nina lachend. 2

„Ich glaube, Ihr erklärt einander Krieg?“ fiel Thora ein.

„Warum nicht? Vielleicht gilt der Streit Mam⸗ ſell Thora,“ antwortete der Lieutenant.„Ich bin es nicht, der den Handſchuh hingeworfen, ſondern Maniſell Adler; aber als n gebietet mir die Ehre, denſlben