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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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eine Weile mit meiner Tante converſirt hatte und dabei, wie ich glaube, ſeine Augen auf mich gerichtet gehabt, ſtand er auf, trat an's Fenſter, an welchem ich ſaß, und nahm mir gegenüber Platz.

Ich bin der Güte und dem ungewöhnlichen Talent der Mamſell Falk meine wärmſte Erkenntlichkeit für das Vergnügen ſchuldig, welches die Gemälde in meinem Zimmer mir gewährt. Kapitän Ahlrot hat mich davon in Kenntniß geſetzt, daß ſie von Ihrer Hand ſind. Sie zeugen von einer Geſchicklichkeit, die man keineswegs Ihrem Alter zutrauen ſollte, be⸗ merkte der Lieutenant.

Niemals hatte ich mich früher ſo glücklich ge⸗ fühlt, dieſes Talent zu beſitzen, niemals von Jemandes Lob ſo geſchmeichelt gefunden, wie von dem ſeinigen. Während er ſprach, waren meine Augen auf die ſeinigen gerichtet und meine Bewunderung über die

Schönheit derſelben war ſo groß, daß ich zu antworten

vergaß. Was er dabei dachte, weiß Gott allein; aber

ſein Blick bekam einen Ausdruck, den man unmöglich

aushalten konnte. Ich ſchlug erröthend meine Augen nieder. Wir ſchwiegen Beide. Nach Verlauf einiger

Augenblicke fing er an von gleichgiltigen Dingen zu ſprechen. Die Nacht darauf tanzten der Lieutenant und ſeine ſchwarzen Augen in meinem Kopfe herum und verjagten allen Schlaf. Seitdem ſind wir täglich zuſammen geweſen, und er hat ſich immer ſehr zuvor⸗

ommend und artig gezeigt. Vor einer Woche reisten

er und der Onkel nach Upſala; wir erwarten ſie aber

heute zurück und daß ſie gegen Abend hier ſein werden. Schwartz, Die Leidenſchaften.