249
ein Engel des Friedens, um zu verkündigen, daß Alles vergeſſen und vergeben war.
Richard gab Befehl, Eliſe trockene Kleider zu ver⸗ ſchaffen; und während Gerda an dem Bette des von Gewiſſensqualen verfolgten und von körperlichen Schmerzen verzehrten Strömberg ſaß, um ihm Ruhe einzuſprechen, wechſelte Eliſe die Kleider. Als ſie wieder eintrat, war mit dem Angeſicht ihres Vaters eine ſolche Veränderung vorgegangen, daß man ſah, der Tod hatte ſeinen Stempel darauf gedrückt. Bevor der Arzt, nach welchem Richard geſchickt hatte, ankam, hatte der arme Bettler, ehemals ein reicher Mann, ſeinen letzten Seußzer ausgehaucht, indem er Gerda's Verzeihung und das Verſprechen, daß ſie für ſeine Tochter Sorge tragen werde, mit ſich ins Grab nahm.
Der vormals reiche Fabrikbeſitzer wurde einfach und in der Stille beerdigt, und Eliſe, die reiche Erbin, bei welcher Gerda einſt als Pflegemutter an⸗ geſtellt geweſen, hatte von nun an ihre ganze Exiſtenz der Tochter des Mannes, welcher von Strömberg auf die Bahn des Verbrechens verleitet worden war, zu verdanken.
Es war eine chriſtliche, Gerda's würdige Rache.
Sollteſt Du nun, mein lieber Leſer, wiſſen wollen, auf welche Weiſe Strömberg in ſolches Elend ge⸗ rathen war, ſo brauche ich nur beizufügen: was mit Unrecht gewonnen, iſt bald in Kummer zer⸗ ronnen.
Strömberg, welcher bei ſeiner Abreiſe aus Schwe⸗ den ſein ganzes Vermögen zu Geld machte, begann bei ſeiner Ankunft in Paris an der Börſe zu ſpielen. Eine Zeit lang ging Alles gut, aber das Glück hatte


