Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Schnee. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß ich ſie in meinen Wagen nahm und hieher brachte. Der Alte iſt krank und bedarf der Pflege, das Weib iſt aus⸗ gehungert und bedarf der Nahrung.

Wer ſind die Armen, rief Gerda und eilte nach der Thüre.

Einen Augenblick, Gerda, bat Richard;ich habe ſie in das gelbe Gaſtzimmer führen laſſen; aber ehe Du hingehſt, muß ich Dich darauf vorbereiten, daß Du ein paar alte Bekannte in ihnen wieder finden wirſt.

Gerda ſah ihren Mann an.

Der Alte iſt der ehemalige Fabrikbeſitzer Ström⸗ berg, das Weib ſeine Tochter Eliſe.

O mein Gott! Er ein Bettler! rief Gerda und flog in das gelbe Gaſtzimmer hinab.

Richard hatte, ehe er zu ſeiner Frau hinaufging, den Alten auskleiden und in ein warmes Bett brin⸗ gen laſſen. Als Gerda eintrat, ſtand vor demſelben ein bleiches, mageres aber junges Mädchen in ſchmutzi⸗ gen, von Regen durchnäßten Kleidern. Sie weinte, denn der alte Mann athmete nur mit großer Be⸗ ſchwerde. Als Gerda eintrat, öffnete er die geſchloſſenen Augen, ſchaute die ſchöne Frau mit einem ſtarren, faſt erſchrockenen Blicke an und murmelte:

Gerda, kommſt Du, mich zu verfluchen? Bin ich nicht geſtraft genug? Iſt der Frevel, daß ich deinen Vater zum Verbrechen verleitet habe, nicht genugſam gerächt? Erbarmen! Erbarmen!

Gerda näherte ſich dem Beklagenswerthen und redete ihm mit ſanfter Stimme zu. Sie kam als