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Erniedrigung gewonnen hatte. Der Kampf mit den Schwierigkeiten iſt zu Ende, der Sieg gehört ihr; aber die geträumte Seligkeit des Herzens fehlt. Es iſt nicht Gerda— die glückliche Gattin, ſondern Gerda, die ausgezeichnete Künſtlerin.“
„Du liebſt die letztere,“ fiel Sylvia ein,„und willſt dich ihrer erinnern, aber nicht der erſtern.“
„Die glückliche Gattin iſt nicht die meinige, und ich habe kein Recht, ihrer zu gedenken oder ſie zu lieben. Die arbeitende, nach ihrer Unabhängigkeit ſtrebende Gerda, ſie iſt meinem Herzen bekannt, und es wird niemals aufhören, ſie zu lieben.“
„Niemals!“ wiederholte Sylvia und ſah ihn an.
„Iſt es wohl möglich, daß man das zu lieben aufhört, was einmal uns theuer war? Glaubſt Du, Sylvia, daß jemals Zeit oder Verhältniſſe aus meiner Seele die ſchwärmeriſche Anbetung verwiſchen können, welche ich für mein erſtes Ideal von edler, reiner weiblicher Schönheit und Anmuth empfand und bis zu meinem Tode empfinden werde?“
Er ergriff Sylvia's Hand, ſetzte ſie feſt in die ſeinige ſchließend, hinzu:
„Zeit und Jahre werden ihre kühlende Hand auf meine Gefühle legen, die Phantaſie wird weniger lebhaft, das Herz kälter, der Gedanke matter; aber keine Zeit vermag aus meinem Gedächtniß zu tilgen, wie ich mein betendes Mädchen liebte. Sie war, ſie iſt des Künſtlers reinſte und ſchönſte Offenbarung.“
„Des Künſtlers, ja, aber ſie war doch für des Mannes Herz nichts.“
Sylvia ſchwieg.
„Warum Dich unterbrechen, Sylvia? Sollteſt Du


