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XVII.
Der Winter war verſchwunden, und der Früh⸗ ling hatte den alten Thron eingenommen, um gleich einem muthwilligen Kinde Blumen und Hoffnungen um ſich auszuſtreuen.
In Profeſſor Schneiders Werkſtätte und Atelier herrſchten Leben und Rührigkeit. Es ſah aus, als ob des alten Künſtlers raſtlos unruhiger Geiſt noch immer die Kraft wäre, welche die Arbeiter antrieb und ihnen Fleiß und Beharrlichkeit eingab.
Der Mann, welcher nun an der Stelle des Ab⸗ geſchiedenen regierte und gebot, wirkte jedoch durch andere Eigenſchaften, als der verſtorbene. Carl Guſtavsſon war ebenſo mild, wie jener ſtreng ge⸗ weſen; ebenſo offen und frei von allem Argwohn, wie Schneider ſchlau und mißtrauiſch; aber ſie waren einander gleich an Liebe zur Kunſt, an Geiſt und
Genialität. Es lag jedoch in Guſtavsſon Schöpfungen mehr Poeſie, als in denen Schneiders, und es mochte ſcheinen, der junge Nachfolger ſei eine veredelte, neue Auflage des heimgegangenen Meiſters.
Die Maiſonne ſchien heiter über Stockholms Häuſer und Kirchen. Auf der St. Klarakirche ſchlug es ſechs Uhr und noch arbeitete Carl in ſeinem Atelier, das er den ganzen Tag nicht verlaſſen hatte, ſo eifrig war er beſchäftigt geweſen. Jetzt hatte er ſein Werk⸗ zeug von ſich gelegt und ſtand, die Arme über der Bruſt gekreuzt, vor einem von ihm in Marmor ge— hauenen Frauenkopf.
Schwartz, Ein Kind d. Arbeit. II. 16


