Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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es, welche den Künſtler zur Liebe der Kunſt zurück⸗ führt, wenn der Menſch ihn verleitet, ſie zu ver⸗ laſſen.

Du kommſt ſomit? flüſterte Sylvia erröthend.

Carls einzige Antwort war ein Händedruck. Die Mittagstafel prangte in aller Pracht von Blumen und Kryſtall, welche beſagt, daß das Mahl einen feſt⸗ lichen Charakter hat.

Noch war keiner der Gäſte da.

Sylvia ſtand an einem der Fenſter, mit einer Blume ſpielend, welche ſie aus einer der Vaſen ge⸗ nommen hatte. Das Blut floß auf ihren Wangen ab und zu. Sie horchte und erröthete, wenn Schritte auf der Treppe ſich vernehmen ließen. Verlor ſich das Geräuſch derſelben, ſo wurde ſie wieder weiß wie Schnee.

Wenn er nicht kommt, dann gibt es keine Hoff⸗ nung für mich, dachte ſie.

Jetzt ging die Thüre auf. Carl ſtand auf der Schwelle, aber mit hellleuchtenden Augen und mit einem Ausdruck, als wenn alle irdiſchen Sorgen vor den Gedanken und Inſpirationen, welche in der Seele des Künſtlers ſich bewegten, entflohen wären.

Sylvia ſagte NRichts, ſondern reichte ihm die Hand, welche er ſchweigend küßte.

Eine halbe Stunde darauf waren die Gäſte ver⸗ ſammelt.

Die Profeſſorin Edith Schneider ſah heute viele Leute an ihrem Tiſche, die Freude war allgemein, und Jedermann bemühte ſich, in dem Kreiſe von ausgezeichneten Perſönlichkeiten ſo liebenswürdig als möglich zu ſein.