Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Niſſe reichte Gerda einen Brief und bat ſie, den⸗ ſelben zu leſen.

Er lautete:

„Gerda Ahrnell!

„Wir werden einander hier im Leben nicht mehr begegnen, aber bevor wir für immer ſcheiden, will ich Ihnen einige Worte zum Abſchied ſagen und noch einige Mittheilungen in Bezug auf Ihren verſtorbe⸗ nen Vater machen.

„Im Fall es Etwas gibt, was man Recht nen—

nen kann, und wenn ich vielleicht dagegen gefehlt

haben ſollte, was noch nicht bewieſen iſt, ſo könnte man ſagen, daß ich durch Sie beſtraft worden bin. Ich habe niemals ein lebendes Weſen außer mir ſelbſt geliebt, ehe ich Sie ſah. Ich verheirathete mich deßhalb, weil meine Frau reich war. Sie bildete für mich nur ein Mittel, zu erhöhtem Wohlſtand zu gelangen. Ich habe das Geld geliebt, das iſt wahr; aber ich that es darum, weil ich die Arbeit verab⸗ ſcheute. Ich habe nach den Genüſſen des Lebens geſtrebt, aber ich wollte nicht durch Mühen und Be⸗ ſchwerden mir die Mittel dazu erwerben, und ich habe deßhalb andere Auswege geſucht, um reich zu werden.

„Mein eigenes Behagen, Anſehen und Wohlbe⸗ finden waren es, wornach ich getrachtet habe, bis ich Sie ſah. Ich hatte alle Männer verhöhnt, welche aus Liebe zu einer Frau ihr Leben aufs Spiel ſetzten. Ich ſah Sie und würde zur Befriedigung der Leiden⸗ ſchaft, welche mich an Sie feſſelte, gern allen meinen Reichthum geopfert und für mein Brod zu arbeiten angefangen haben.

„Sie hätten aus mir machen können, was die

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