Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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XV.

Zwei Tage darauf, während ſie in ihrem Atelier arbeitete, trat Niſſe ein.

Carl war noch nicht von der Reiſe zurückgekehrt, welche er den Tag nach Gerda's Verlobung ange⸗ treten hatte.

„Guten Morgen, Mamſell Ahrnell,“ begann Riſſe und reichte ihr ſeine nicht ſehr zierliche Hand.„Heute komme ich mit guten Nachrichten, und das iſt nach allem dem Elend, das geſchehen, wohl nöthig.“

Niſſe ſchüttelte herzlich Gerda's Hand, und ſie ſagte ihm einige freundliche Worte zum Willkommen.

„Ich bin hier, um Ihnen zu melden, daß der Fabrikbeſitzer Strömberg abgezogen iſt, und das auf immer. Er gedenkt, den Reſt ſeiner Tage in Frank⸗ reich zuzubringen, wohin er ſich mit ſeiner Tochter begeben hat. Ja, ja, daheim iſt es nicht ſo recht geheuer, und ſeit Herrn Ahrnells Tod hat der Fabrik⸗ beſitzer keine rechte Ruhe mehr im Herzen gehabt. Jetzt ſind Sie indeſſen, Mamſell Ahrnell, dieſes Menſchen los. Geſtern Abend kam er zu mir mit dieſem Brief und bat mich, ihn an Sie abzuliefern. Er ſagte, derſelbe enthalte Verſchiedenes über Ihren Vater, was für Sie von Intereſſe ſein müſſe. Ich glaube dem Burſchen gerade nicht, aber dachte ſo: nehme ich den Brief nicht, ſo findet er ſchon Jemand, der ihn übergibt, und da iſt es beſſer, ich thue es, im Fall darin etwas ſteht, was nicht wahr iſt, ſo daß ich es gleich widerlegen kann.“