Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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drückte die von Richard und behielt die Sylvia's eine Sekunde in der ſeinigen, während er ihr Angeſicht mit dem Blick betrachtete, welchen der Künſtler auf das ſchönſte Kunſtwerk, das er geſehen hat, heftet.

Das junge Mädchen erröthete und lächelte.

Sie verſtand den Ausdruck in ſeinem Blicke nicht recht und nahm ſeine Bewunderung für ein ganz anderes Gefühl, welches ihrer Einbildung mehr ſchmeichelte.

„Nun,“ ſagte Carl, indem er ſich neben Edith niederließ,„was iſt es denn für ein Freudenfeſt, dem ich anwohnen ſoll?“

„Eine Verlobung,“ antwortete Edith.

Carl wechſelte die Farbe, fuhr aber in ſcherzhaftem Tone fort;

„Es iſt doch nicht die Tante, die ſich wieder zu verheirathen beabſichtigt?“

„Ach nein, ich bleibe mein Leben lang Wittwe, nachdem ich erſt im Herbſt der Jahre in die Ehe ge⸗ treten bin.“

„Warum räthſt Du nicht auf mich, Carl?“ fiel Sylvia ſchelmiſch lächelnd ein.

„So etwas konnte ich gar nicht vorausſetzen,“ antwortete Carl. Jetzt fielen ſeine Augen auf Gerda. Ihre Wangen waren purpurroth; ſie hatte ſich tief auf ihre Arbeit niedergebeugt. Richards Auge weilte mit einem eigenthümlichen, unruhigen Ausdruck auf ſeiner Braut.

„Haſt Du nicht errathen, weſſen Verlobung ich Dir zu verkündigen habe?“ fragte Edith.

„Ich erlaube mir keine Vermuthungen in einem