Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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des und Hriginelles als das Richards, und man konnte ſagen, daß das Geniale ſeiner Natur ſich in allen ſeinen Bewegungen und in ſeinem ganzen Aeußern abſpiegelte. Man ſah, daß ein großer Geiſt in dieſer irdiſchen Hülle wohnte, Carl ſelbſt aber ſeiner Ueber⸗ legenheit völlig unbewußt ſchien und das Leben und die Menſchen ohne alle Anſprüche, als ob ſie ſeine höhern Geiſtesgaben ſchätzen ſollten, auffaßte. Er war froh darüber, ſie zu beſitzen, dankbar dem Geber und fern von jeglicher Anmaßung gegen ſeine Neben⸗ menſchen, wie das wahre Verdienſt es immer iſt.

Richard dagegen beſaß etwas Stolzes, Gebieteriſches, Selbſtbewußtes, welches bewies, daß, wenn er ſich Zoll um Zoll zu dem Standpunkt hatte emporkämpfen müſſen, welchen er jetzt einnahm, eben dieſer Kampf ihm auch die Gewißheit, er ſei der Schöpfer ſeiner eigenen Erfolge, beigebracht und ihn ſtolz auf ſich ſelbſt gemacht hatte.

Als Carl in Ediths Salon eintrat, rief ſie ihm entgegen:

„Ich habe mehrmals zu Dir geſchickt, um fragen zu laſſen, ob Du nach allen den erlebten Kümmer⸗ niſſen nicht ein Freudenfeſt mit uns feiern wollteſt; aber ſtets erhielt ich zur Antwort, Du ſeieſt nicht zu Hauſe. Es iſt indeſſen recht ſchön, daß Du kommſt.“

Sie reichte ihm die Hand, auf welche er einen Kuß drückte, indem er bemerkte:

„Gleich bei meiner Heimkehr ſagte man mir, Tante, daß Du mich zu ſprechen wünſcheſt, und hier bin ich, gehorſam dem Rufe. Kummer oder Luſt, Freude oder Leid theile ich gern mit meinen Freunden.“

Er begrüßte die Andern, küßte Gerda die Hand,