Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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wurde dieſes ihr Benehmen eine Quelle bitterer Klage, aber Edith, welche den feinen Inſtinkt des Herzens beſaß, begriff wohl, daß Gerda der Zeit und Ein⸗ ſamkeit bedurfte, um ſich mit dieſer neuen Prüfung auszuſöhnen, welche das ſchreckliche Ende des Vaters und ſeine völlige Pflichtvergeſſenheit gegen Frau und Kind für das ſtolze Mädchen mit ſich bringen mußten. An demſelben Tage, da die gerichtliche Unter⸗ ſuchung als geſchloſſen betrachtet werden konnte und von Andersſon das Geſtändniß erfolgt war, daß er Bernards Mörder ſei, hatte Gerda, welche ſeit des Vaters Tod ihr Logis in der Stadt bewohnte, einen längern Spaziergang unternommen, um unter Gottes freiem Himmel ihre Gedanken zu ſammeln und ſich über ihre gegenwärtige Stellung und die Folgen da⸗ von, daß ihr Name in eine Mordgeſchichte hereinge⸗ zogen worden war, eine klare Ueberſicht zu verſchaffen. Als ſie wieder nach Hauſe kam, traf ſie Richard, der ihre Heimkehr erwartete. Gerda hatte ihn ſeit dem gräßlichen Morgen, da er ſie von dem Leichnam ihres Vaters hinweg führte, nicht mehr geſehen. Richard kam ihr mit den Worten entgegen: „Gerda, was iſt aus unſerem Glück und unſerer Liebe geworden? Wochen ſind vergangen, voll Kummer und Leiden für Dich, und ohne daß Du mir das Recht einräumteſt, ſie zu theilen. Ich habe erkannt, daß dein Herz kein Geſühl für mich hatte, aber jetzt— jetzt Gerda, frage ich Dich, wirſt Du nicht geſtatten, daß deine Sorgen hinfort auch die meinigen werden? Sie ſind es ja doch. Wenn Du leideſt, gibt es keinen Frieden für Richard. O, mein holdes, geliebtes Mädchen, laß mich jetzt vor der ganzen Welt Dich