Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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ſie vielleicht auch als Opfer von dem Meſſer des WMörders gefallen ſein; jetzt...“

Carl vollendete den Satz nicht, aber Niſſe ergänzte ihn mit den Worten:

„Jetzt erhielt Ahrnell ſeine Strafe, willſt Du ſoagen. Die Schrift lehrt ganz richtig: Wer Menſchen⸗ blut vergießt, des Blut ſoll wieder vergoſſen werden.“

Carl drückte Niſſe die Hand und verließ ihn, um ſich unverzüglich zu Gerda zu begeben.

XII.

Gerda war, wie wir wiſſen, nahe daran geweſen, bei dem Hingang der Mutter alle ihre geiſtige Energie zu verlieren; aber bei dem jetzigen düſtern Ereigniß ſchien ſie alle die Kraft und Seelenſtärke, welche das Unglück verleiht, gewonnen zu haben.

Sie hatte während der ganzen gerichtlichen Unter⸗ ſuchung eine vollkommene Ruhe beibehalten, aber bei⸗ nahe alle Zeit eingeſchloſſen in ihrem Zimmer zugebracht, ohne irgend Jemand, ſelbſt Richard, Edith, Sylvia oder Carl zu empfangen.

Der zarten Anhänglichkeit, welche dieſelben ihr erzeigten, entzog ſie ſich. Es war ihr allzu peinlich, Jemand zu ſehen, in deſſen Blick ſie eine Theilnahme leſen mußte, welche für ſie nunmehr, nachdem des

„Vaters Doppelehe bekannt war, nur ſchmerzlich und demüthigend ſein mußte, und jeden Augenblick be⸗ fürchtete ſie, daß auch ſein anderes Verbrechen an den Tag kommen würde.

Für Richard, welcher Gerda mehr als je liebte,