Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Wort zu brechen und ihm Alles zu ſagen, wenn Sie, Stina, es nicht thun will.“ „Ah,“ dachte Calle,„Louiſe iſt die Weinende.

— Wir wollen doch ſehen, ob Stina nicht irgend

eine Teufelei vorhat.“

Sein Intereſſe war bedeutend geſteigert. Jetzt ließ ſich Stina's gellende unharmoniſche Stimme hören.

„Ah ſo, auf dieſe Weiſe hält man ſein vor Gott gegebenes Verſprechen und will doch ein gottesfürch⸗ tiges Menſchenkind ſein. Pfui über ſolche Frömmig⸗ keit! Geh' Sie nur hin und ſage Sie Niſſe, was Sie weiß; es wird Ihr nicht viel nützen, kann ich ſagen, denn Riſſe iſt nicht der Mann, der es duldet, daß man um ſeine Geheimniſſe weiß. Das ſage ich, ohne daß ich mich für eine gottſelige Frau anſehen laſſe, aber ſo viel Gewiſſen habe ich, daß ich nicht einen Mann heirathen würde, der das gethan hätte, was Niſſe ſich zu Schulden kommen ließ, bevor nicht Alles wieder gut gemacht wäre; und das dürfte noch lang anſtehen, ſollte ich glauben.“

„Das mag ſein; aber ſieht Sie, Stina, während der letzten Jahre ſind mir Zweifel an der Wahrheit jener Geſchichte aufgeſtiegen, und es will mir über⸗ haupt ſcheinen, als ob ich unrecht gethan hätte. Zu Anfang, als Sie mir davon erzählte, dachte ich: im Fall Niſſe in einem ſchwachen Augenblick gefehlt hat, ſo kann ich ihn deßhalb doch lieben, und ſo ſparte ich und ſuchte etwas Geld zuſammenzubringen, um auch damit anzuhelfen, daß die armen Leute, die durch

ihn gekränkt worden ſind, zu dem Ihrigen kämen. Ich meinte damals, es wäre das beſte, wenn es