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Niſſe niemals zur Kenntniß käme, daß ich etwas von der Sache wüßte, ſondern derſelbe durch Arbeit und ſittliches Betragen das, was er verbrochen hat, ſühnte. Ich war froh und vergnügt bei jeder kleinen Summe, die ich Ihr für die arme Frau geben konnte, und tröſtete mich damit, daß es auf alle Fälle am gerathen⸗ ſten ſein würde, wenn wir, Riſſe und ich, mit unſerer Heirath ſo lang warteten, bis er Meiſter wäre.— Ich betete zu Gott für ihn und dankte dem Herrn dafür, daß Niſſe ein ſo braver und wackerer Arbeiter geworden war. Aber es kam doch zuweilen vor, wenn ich ihm in die treuen Augen ſah, daß ſich mir das Herz in der Bruſt umdrehte, und ich ſprach bei mir ſelbſt: wenn ich von Stina belogen worden wäre, wie ſchweres Leid und Unrecht hätte ich dann dem armen Niſſe angethan!“
„Ich ſollte gelogen haben!“ rief Stina mit einer Art von Gewimmer, welches ſo lauten ſollte, als ob ſie ihrer Stimme einen recht weinerlichen Tonfall geben wollte.„Ich ſollte meinen eigenen Bruder, auf den ich ſo viel halte, verleumdet haben? Ich, die ich keinen andern Menſchen liebe, als ihn. Und das ſagt Sie mir, Louiſe, ins Geſicht. Rein, das iſt zu viel, allzu viel, muß ich ſagen.“
Darauf folgten einige unartikulirten Laute, welche etwas wie Schluchzen vorſtellen ſollten, aber eher einem Gebrülle glichen.
Calle's Geduld wurde auf eine ſchwere Probe geſtellt; er machte eine Bewegung mit dem einen Fuß, welche faſt ein Stampfen zu nennen war.
„Liebe Stina, nimm Sie das nur nicht ſo gar übel auf,“ bat Louiſe,„aber ſeh Sie, als Sie kurz


