Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Hochzeit erfolgte? Louiſe hatte früher, ſo oft der Gegenſtand zur Sprache kam, ſich dahin geäußert:

„Lieber Niſſe, es hilft nichts an Hochzeit u. dergl, zu denken, bevor Du Meiſter geworden biſt.“

Als Niſſe es endlich dahin gebracht hatte, war ſeine erſte Frage:

„Nun, Louiſe, wann ſoll nun unſere Hochzeit ſein?“

Louiſe hatte eine ausweichende Antwort gegeben. Niſſe wurde mißvergnügt, erklärte, lang genug gewartet zu haben, behauptete, Louiſe ſpiele mit ſeinen hei⸗ ligſten Gefühlen und ging in einer ſehr aufgebrachten Stimmung davon.

Stina hatte bei ſeiner Heimkehr einige ſeltſame Worte fallen laſſen, welche darauf hinausliefen, Louiſe werde ſchon ihre Gründe haben, warum ſie nicht heirathen wolle. Sie werde, meinte Stina, wohl ſo ſehr gebunden ſein, daß ſich die Sache eben nicht machen laſſe, und den Kopf zu hoch tragen, als daß ſie Niſſe ihre Jugendſchwachheiten eingeſtehen möchte.

Niſſe wurde wild darüber und gebot Stina, zu ſchweigen; aber wie es nun war, die böſen Worte ließen doch einen beunruhigenden Eindruck zurück.

Schon oft hatte er ſich vergeblich Louiſe's Be⸗ nehmen zu erklären verſucht; ſo kam er unaufhörlich auf Stina's Aeußerungen zurück, und es konnte nicht fehlen, daß er, von Natur rechtſchaffen und redlich⸗ denkend, dennoch auf die Bahn des Zweifels gedrängt wurde. Louiſe mußte mit der Farbe herausrücken; der Qual mußte ein Ende gemacht werden.

Somit begab er ſich alſo zu Louiſe und forderte ſie auf, ihm zu ſagen, warum ſie ſich nicht deutlich ent⸗ ſcheiden wollte. Riſſe war jetzt in gereizter und hef⸗