Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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VE

Unbekannt damit, daß ſein Heiligthum betreten und ſein Ideal forſchenden Blicken ausgeſetzt worden war, hatte Calle ſeine Wanderung nach Süden fort⸗ geſetzt und war vor einem hübſchen, gelbangeſtriche⸗ nen Holzhäuschen in der Schwarzengaſſe angelangt.

Die ganze Gebäulichkeit beſtand aus drei Zim⸗ mern und einer Küche.

Hier wohnte der Schuhmachermeiſter Guſtavsſon.

Er hatte jetzt zwei Geſellen und einen Lehrjungen, nachdem er ſeit einigen Wochen Meiſter geworden war.

Das größte der drei Zimmer machte die Werk⸗ ſtätte aus; das zunächſt anſtoßende hatte Guſtavsſon für ſeinen eigenen Gebrauch beſtimmt. Stina wohnte in einer Kammer neben der Küche.

Sie war ebenſo zankſüchtig wie immer, obwohl ſie etwas mehr als früher ſich Zaum und Zügel an⸗ legen mußte.

Niſſe zeigte ſich allerdings ſehr verträglich gegen ſie, aber geſtattete ihr durchaus nicht, ſich in das Thun und Treiben der Geſellen einzumiſchen, oder in der Werkſtätte ihrer böſen Zunge den Lauf zu laſſen.

Daß Niſſe noch immer unverheirathet war, kam ihm ſelbſt ohne Zweifel am unbegreiflichſten vor, beſonders da er Louiſe nach neun Jahren ebenſo warm wie beim Anfang ihrer Bekanntſchaft liebte.

Louiſe war nicht minder Niſſe von Herzen zuge⸗ than. Woher kam es nun, daß noch immer keine