Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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mals geraume Zeit ſtehen, um ſie genugſam zu be⸗ trachten.

Dann begann er eine genaue Unterſuchung von Allem, was ſich in Calle's Zimmer vorfand; und da er nicht das Geringſte entdeckte, was der Anklage Raum gab, daß der junge Mann ſich eines Dieb⸗ ſtahls in künſtleriſcher Beziehung ſchuldig gemacht habe, durchſtöberte er Calle's Papiere, Zeichnungen, Entwürfe und Notizen, ſowie ſeine Rechnungen über Einnahmen und Ausgaben. Aus den letzteren er⸗ kannte er, daß Calle nicht einmal Materialien, wie Thon und dergl. von ſeinem Herrn genommen, ſon— dern ſich aus eigenen Mitteln angeſchafft hatte.

Der Profeſſor ſchien mit ſeiner Viſitation ſehr zufrieden und ſuchte, ſo viel wie möglich, jede Spur davon zu verwiſchen.

Von den Leuten im Hauſe hatte Niemand den Profeſſor in Calle's Stube ein- und ausgehen geſehen.

Als Schneider ſich wieder in ſeinem Arbeitszim⸗ mer befand, begann er an einem Entwurf, welchen er wahrſcheinlich modelliren zu laſſen beabſichtigte. Er arbeitete den ganzen Vormittag daran, und wer ihn bei dieſer Beſchäftigung wahrgenommen hätte, dem würde es nicht wenig aufgefallen ſein, wie das Angeſicht eines alten Mannes ſo viel Leben und Feuer abzuſpiegeln vermochte.