Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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ſie eben in der Werkſtätte zuſammenarbeiteten. Der Profeſſor ließ ſich niemals in dem Zimmer des Ar⸗ beiters ſehen, und der einzige, welcher hin und wieder die Schwelle von Calle's Wohnung überſchritt, war ſein Bruder Niſſe.

An einem Samstagmorgen ſtand Calle frühe auf, aber nicht um zu arbeiten, wie er ſonſt zu thun pflegte, ſöndern um ſich zu Niſſe zu begeben und mit ihm über dieſes und jenes zu berathſchlagen.

Calle hatte die ganze Nacht darüber gegrübelt, wie er Gerda einige Schülerinnen in der engliſchen Sprache verſchaffen könnte, ſo daß ſie zu einer ge⸗ nügenden Einnahme gelangen und mehr Zeit zur Uebung im Zeichnen erübrigen möchte.

Er hatte gerade ſeine Toilette vor dem kleinen Spiegel beendigt und war im Begriff, ſeinen Ueber⸗ rock anzuziehen, als ſein Blick auf den Schirm in der Ecke fiel. Er legte das Kleidungsſtück wieder bei Seite und trat in die geheimnißvolle Ecke, indem er bei ſich ſelbſt murmelte:

„Ich muß ſie ſehen, bevor ich ausgehe, da eich heute den ganzen Tag mich doch nicht mit ihr beſchäftigen kann.“

Er ſchob den Schirm zurück und zog eine rothe Decke hinweg, welche über einen auf erhöhtem Platze befindlichen Gegenſtand geworfen war.

Auf einem grobbehauenen Piedeſtal von Holz ſtand ein in Thon geformtes Modell eines betenden Kindes.

Es war ein Mädchen in jenem holden, einneh⸗ menden Alter, wo es die Kinderjahre nicht über⸗ ſchritten hatte, aber an der Grenze derſelben ange⸗