Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Profeſſor Schneider zog wirklich großen Nutzen von Calle und hätte ihn um Vieles nicht verlieren mögen, aber er blieb hartnäckig bei ſeinem Entſchluß, aus ihm nichts anderes als einen kunſtmäßig gebil⸗ deten Arbeiter zu machen.

Nachdem Calle vergeblich ſeinem Meiſter klar zu machen verſucht hatte, daß er nicht beabſichtige, bei der Ornamentenbildhauerei ſtehen zu bleiben, war er zu dem Entſchluß gelangt, auf eigene Hand die höhere Skulptur und Malerei zu ſtudiren. Er hatte ſeine Erſparniſſe dazu verwendet, ſich, was zu dieſem Stu⸗ dium erforderlich war, anzuſchaffen, und ſicherlich würde der Profeſſor in nicht geringes Erſtaunen gerathen ſein, wenn er eine Ahnung von der Selbſtſtändigkeit und Beharrlichkeit gehabt hätte, womit der ſtille und anſpruchsloſe Calle an ſeiner eigenen künſtleriſchen Entwicklung arbeitete.

Es konnte jedoch bei dem gewiſſenhaften jungen Mann niemals geſchehen, daß er ſich zu irgend einer auch der unbedeutendſten Handlung hätte hinreißen laſſen, welche den Verdacht erregen mochte, als ſei er ſeiner Stellung gegenüber von dem Profeſſor, als dem Manne, welcher ihm Gelegenheit gegeben, ſich zu dem, was er war und eines Tags noch zu werden hoffte, heranzubilden— auch nur ſcheinbar uneinge⸗ denk geworden.

Der Profeſſor hatte ſeit dem letzten Jahre ſeinen Gehalt nach Maßgabe davon, wie viel er arbeitete, firirt; und dieß war von dem Profeſſor darum ge⸗ ſchehen, weil Calle bei ſeiner Ausdauer viel mehr als die andern Arbeiter leiſtete und in Folge deſſen, ſelbſt wenn er ihm den doppelten Lohn von dieſen

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