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bleiben und wir wollen dir nicht helfen, denn deine Armuth iſt eine Strafe Gottes.“
Bei Menſchen mit lebhafter Einbildungskraft ſpielen die Träume eine große Rolle, und ſo war es auch bei Gerda. Als ſie erwachte, laſtete die Erinnerung an den Traum bleiſchwer auf ihrem Gemüth und es dünkte ihr, als hätte ſie Antheil an dem von ihrem Vater begangenen Verbrechen. Gerda hatte niemals früher die Worte in Betracht gezogen:
„Die Miſſethaten der Väter ſollen an den Kin⸗ dern geſtraft werden bis ins dritte und vierte Glied,“ aber jetzt kam es ihr vor, als ſeien dieſe Worte ihr in die Seele eingegraben.
Auf ein ſchwaches und weiches Gemüth würde eine ſolche Vorſtellung einen niederſchlagenden Ein⸗ fluß ausgeübt haben; auf Gerda hingegen, wirkte ſie wie eine Mahnung, durch ein untadelhaftes Leben und eine genaue Beobachtung deſſen, was die Pflicht gebot, die Schuld, welche der Vater auf dem Gewiſſen hatte, abzuwaſchen.
V.
Calle's Stellung zu Profeſſor Schneider war noch immer die eines Arbeiters zu ſeiyem Herrn. Er zeichnete, goß in Gyps, modellirte Ornamente u. a. m. und wurde dabei als der Geſchickteſte von des Pro⸗ feſſors Arbeitern betrachtet.
Er erhielt einen guten Lohn und bekam die Kleinigkeiten, welche er in Holz ſchnitzte, gut bezahlt, weil ſie in der That kleine Kunſtwerke waren.


