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Gerda Platz und zwiſchen Beiden entſpann ſich nun ein flüſterndes Geſpräch.
Calle nahm es auf ſich, am nächſten Tage den Brief auf die Poſt zu befördern, und darnach wurde ausgemacht, daß Gerda am folgenden Sonntag mit den Lektionen im Zeichnen beginnen ſollte.
Der junge Künſtler, welcher Erfahrung und einen ſichern Blick beſaß, ſah ein, daß es für Gerda Jahre bedurfte, um es zu einer eigentlichen Geſchicklichkeit im Zeichnen zu bringen, und darum ſchlug er ihr vor, in der Zwiſchenzeit Unterricht in der engliſchen Sprache zu ertheilen. Sie hatte dieſelbe ja während ihres Aufenthalts in England gelernt und konnte un⸗ bedingt damit mehr als durch Nähen verdienen. Es kam nur darauf an, ihr Schülerinnen zu verſchaffen. Calle ſollte inzwiſchen die Sache ſich überlegen und am Sonntag wieder kommen.
Gerda fühlte ſich nach Calle's Beſuch ruhiger, als ſie es ſeit dem Erkranken ihrer Mutter geweſen war. Die Zukunft kam ihr minder dunkel vor, und die Hoffnung, die freundliche Begleiterin des Armen und des Arbeiters, lächelte ihr von Neuem ſo tröſtend entgegen.
Sie hatte jedoch in der Nacht einen ſehr unheil⸗ verkündenden Traum. Es kam ihr vor, als wäre ſie ſehr arm, gerade wie zu der Zeit, da ihr Vater da⸗ von gegangen, und ſähe ſich genöthigt, um ihre Mut⸗ ter vor dem Hungertode zu ſchützen, auf den Straßen betteln zu gehen. Aber Alle, an welche ſie ſich wandte, kehrten ihr den Rücken, mit den Worten:
„So lang dein Vater frei herumgeht und der Unſchuldige Strafe für ihn leidet, ſollſt Du arm ver⸗


