Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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lichen, indeſſen noch arbeitsfähigen Weibe in ein armes, lahmes Geſchöpf verwandelt zu werden.

Tage vergingen, während welcher Gerda für ihren gemeinſchaftlichen Unterhalt zu arbeiten und gleich⸗ zeitig den Dienſt einer Krankenwärterin zu verſehen hatte. Der Kummer, welchen die Krankheit der Mutter mit ſich brachte, mußte durch die Anſtrengung niedergehalten werden, wenigſtens ſo viel zu ver⸗ dienen, daß die nothwendigſten Ausgaben beſtritten werden konnten. Gerda hatte, wie ſich wohl ſagen ließ, nicht einmal Zeit, die ganze Größe ihres Un⸗ glücks zu überſehen.

Mit Marianne beſſerte es ſich indeſſen, allein nach der Ausſage des Arztes ſollte ſie auf der rechten Seite gelähmt bleiben, ſomit nicht mehr im Stande ſein, zu arbeiten.

Als der Arzt Gerda dieſe traurige Mittheilung machte, behielt das junge Mädchen ihre äußere Ruhe bei und bemerkte mit feſter Stimme:

Ich muß wohl hinfort für uns beide arbeiten, und wirklich ſetzte ſie auch jede Nacht zwei bis drei Stunden weiter daran.

Als Marianne ſo weit, als es eben die Umſtände erlaubten, wieder hergeſtellt war, äußerte ſie eines Tags gegen Gerda:

Ich habe mich ſchwer gegen Dich vergangen, mein Kind; kannſt Du mir verzeihen?

Es war das erſte Mal, daß Marianne ſich über die Veranlaſſung zu ihrer Krankheit ausſprach. Gerda hatte ſich mit der Hoffnung geſchmeichelt, dieſelbe würde den Entſtehungsgrund hiezu vergeſſen haben. Jetzt