Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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am Leben ſei, denn Eins iſt gewiß, daß ich ſie nie⸗ mals aufſuchen werde.

Einmal ſind ſie mir theuer geweſen, aber nun⸗ mehr kann ich nicht begreifen, daß es ſich ſo ver⸗ halten hat, und es erregt mir immer großes Unbe⸗ hagen, wenn ich an ihre Exiſtenz erinnert werde.

Die Noth und Trübſal, welche ich durch meine Ehe mir zuzog, hat mich aus einem ehrlichen Kerl in das, was ich jetzt bin, verwandelt. Es darf Dich alſo nicht verwundern, wenn ich, nach Verfluß von neun Jahren und mit einer jungen, ſchönen Frau verheirathet, den Wunſch hege, daß die Erde jene zwei Weſen decken möge, welche mir Alles, was das Leben an Mißgeſchick beſitz, ins Gedächtniß zurückrufen.

Verwende die Gelder, welche ich für ſie ausge⸗ worfen habe, nach deiner beſten Ueberzeugung, aber erſpare mir jede weitere Erinnerung an dieſe Frau und ihr Kind.

Dein Freund John Bernard.

Marianne würde niemals auf den Gedanken ge⸗ rathen ſein, daß dieſer Brief von ihr und Gerda handelte, hätte ſie nicht die Handſchrift erkannt, dieſe Handſchrift, welche ſie ſo unzählige Male geſehen, daß ſie dieſelbe niemals vergeſſen konnte; dieſe Hand⸗ ſchrift, welche ſie neun Jahre lang in einem Briefe

zu ſchauen erwartet hatte, der ihr einen geliebten Gatten

und ihrem Kinde eine ſorgenfreie Zukunft wieder ſchenken ſollte. Dieſe Frau wie ſchrecklich wurde ſie jetzt in ihren Hoffnungen getäuſcht, als ſie endlich nach ſo langem Warten die theuren Schriftzüge wie⸗

der erblickte, aber nur, um dadurch aus einem ſchwäch⸗