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geſchwollen waren und ihr der Kopf ſchwer wie Blei ſchien; aber ſie wagte nicht, zur Ruhe zu gehen. Klarer als jemals leuchtete ihr jetzt ein, daß ſie jede Minute, die ihr vergönnt war, arbeiten mußte, um ſich vor drohender Noth zu bewahren.
Wir wollen die Gemüthsſtimmung des jungen Mädchens, die Gefühle des bittern Schmerzes, der Selbſtvorwürfe, welche ihre Bruſt durchzogen, nicht näher beſchreiben; ſondern ſtatt deſſen einen Blick in den unheilvollen Brief werfen, welcher die arme Marianne aufs Krankenlager niedergeſtreckt hatte. Er lag noch offen vor Gerda auf dem Tiſche, und wir können, während ſie näht, nähere Einſicht von dem Inhalt deſſelben nehmen.
Er lautete wie folgt:
„Bruder Strömberg!
„Dein letztes Schreiben hat mich wirklich in Erſtaunen verſetzt, denn Drohungen von deiner Seite müſſen mir unerklärlich erſcheinen. Wir ſind ja alte Freunde, alſo— iſt es überflüſſig, mit andern als verſtändigen Worten auf einander einwirken zu wollen. Du ſprichſt von denjenigen, welche ich in der Heimath zurückgelaſſen habe. Ich bin bereit, denſelben jähr⸗ lich eine Summe von tauſend Reichsthalern zum Unterhalt auszuſetzen. Dieſe Summe wird vollkom⸗ men genügen, ſie vor Noth zu ſchützen, und es ihnen möglich machen, ein ſtilles und eingezogenes Leben zu führen. Du kannſt dieſelbe ihnen als eine edel⸗ müthige Gabe von Dir ausbezahlen und mir in Rechnung bringen. Auch halte ich es für das Klügſte, Du läſſeſt ſie auf dem Glauben, daß ich nicht mehr
Schwartz, Ein Kind d. Arbeit. II. 2


