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chen Ruf aus, ſo daß der Fabrikbeſitzer ſich haſtig umdrehte und Gerda auf die Mutter zuſtürzte. Ma⸗ rianne ſtieß dieſelbe heftig zurück, worauf ſie buch⸗ ſtäblich den Inhalt des Briefs verſchlang. Als ſie damit fertig war, entſchlüpfte ein durchdringender Schrei ihren Lippen, und ſie ſank in den Seſſel zurück. Das Angeſicht war bläulich und entſtellt. Die Unglückliche war von einem Nervenſchlage getroffen worden.
Die Frau, welche die Muſter ſich betrachtet hatte, ſtürzte zur Thüre hinaus, und Gerda warf ſich über die Mutter, indem ſie Strömberg zurief:
„Sie haben ſie getödtet! Wehe Ihnen!“
II.
Bei dem ſchwachen Schein einer Lampe ſaß Gerda mit verweinten Augen und arbeitete.
Die Uhren der Stadt verkündeten, daß es Mitter⸗ nacht ſei.
In dem ſchneeweißen Bette ſchlummerte die Mutter.
Die durch Marianne's plötzliche Ohnmacht in Schrecken
geſetzte Frau hatte noch ſo viel Beſonnenheit behalten, um zu einem Arzte zu eilen und denſelben zu der Kranken zu ſchicken. Dieſer verordnete ihr, nachdem ſie wieder zum Bewußtſein gebracht worden, ein be⸗ ruhigendes Mittel, und ſie lag jetzt in tiefen Schlaf verſunken, der ſeine wohlthätig betäubende Wirkung über ihre Sinne ausübte, während Gerda wachte und arbeitete.
Dieſe hatte ſo viel geweint, daß ihre Augen faſt


