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Jeder unedle Verdacht gegen Ihre Tochter iſt unge⸗ recht, und ich verlange, daß Sie mir den Brief zurückgeben.“
„Nein, mein Herr, Sie ſind hieher gekommen, um mir deſſen Inhalt mitzutheilen; er betrifft meine Tochter, und ſelbſt wenn Sie Gewalt brauchen, er⸗ halten Sie ihn nicht zurück.— Bei dem erſten Ver⸗ ſuch, mir denſelben zu rauben, rufe ich um Hülfe,“ erklärte Marianne.„Wenn Gerda ſich von Ihnen Stillſchweigen erkauft hat, ſo ſoll ſie doch damit Nichts gewinnen. Ich will und muß den Inhalt dieſes Papiers kennen lernen.“
Der Fabrikbeſitzer betrachtete Marianne mit einem Ausdruck, als ob er ſie in Stücke reiſen wollte, um nur den Brief wieder zu bekommen, denn er ſah wohl ein, daß das von Gerda ſo eben gegebene Ver⸗ ſprechen ohne Werth war, ſobald er das Schreiben verloren hatte, welches ihm Macht über ſie gewährte.
Gott weiß, zu welchem Aeußerſten ſich Strömberg hätte verleiten laſſen, wenn nicht eine alte Frau, für welche Gerda zu ſticken pflegte, ins Zimmer ge⸗ treten wäre. Sie hatte einige Kleinigkeiten zum Nähen und Gerda war gezwungen, von Muſtern zu reden und ganz umſtändlich dieß und jenes ſich vor⸗ ſchwatzen zu laſſen.
Marianne war beim Eintritt der alten Frau in den Lehnſtuhl zurückgeſunken, und der Fabrikbeſitzer trat an das Fenſter, wo er ſtehen blieb.
Während Gerda die Muſter hervorſuchte und mit zitternder Hand der Frau aus einander legte„ſchlug Marianne den eroberten Brief aus einander. Bei dem erſten Blick auf denſelben ſtieß ſie einen ſchwa⸗


