Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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ſchenken ſoll, ſo gibt es nur ein Mittel hiezu, und dieß iſt aufrichtig zu ſein.

Und gerade dieß Eine iſt mir unmöglich, weil ich Dir dadurch Schmerz verurſachen würde.

Marianne zog mit Heftigkeit ihre Hände zurück, welche Gerda gefaßt hatte, und wandte ſich zu Ström⸗ berg mit den Worten:

Mein Herr, ich fordere jetzt von Ihnen, als einem ehrlichen Mann, daß Sie mir den Brief zeigen, welchen Sie meiner Tochter mitzutheilen beabſichtigten. Ich muß das Geheimniß kennen lernen, welches ſie mir verbergen will, und ſollte mir auch das Herz darüber brechen.

Strömberg ſah Gerda mit einem Blick an, wel⸗ cher ſagte:

Noch iſt es Zeit. Ein Wort, und Du retteſt deine Mutter vor dem Schlage, welchen ſie nicht zu ertragen vermag.

In dieſem Augenblick fand blos ein Gedanke in Gerda's Seele Raum, und dieſer galt ihrer Mutter.

Sie haben geſiegt, murmelte Gerda.Ich bin überwunden. Laſſen Sie uns den Kampf enden. Ich gehe lieber auf Ihren Vorſchlag ein, als daß ich denſelben fortſetze.

Der Fabrikbeſitzer zog die Hand zurück, worin der Brief ſich befand, um ihn wieder für ſich zu behalten. Aber gerade in dem Augenblick, da er denſelben in die Bruſttaſche ſtecken wollte, wurde er ihm heftig aus der Hand geriſſen. Marianne hatte ſich ſeiner bemächtigt.

Madame, rief Strömberg,dieſes Schreiben gehört mir, und ich geſtatte nicht, daß Sie es leſen.