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und ſich eines Verbrechens gegen Geſetz und Gewiſſen ſchuldig gemacht hatte. Gerda ſuchte ſich augenblick⸗ lich klar zu machen, welches wohl der härteſte Schlag für ihre Mutter ſein würde.
Nachdem einige Augenblicke verfloſſen waren, ohne daß Gerda ſeine Antwort gegeben hatte, faßte Ma⸗ rianne die Stuhllehne und richtete ſich auf, indem ſie mit der bei nervöſen Perſonen ſo gewöhnlichen Hef⸗ tigkeit ausrief:
„Gerda, ich fordere, daß Du dich ſogleich erklärſt. Ich muß wiſſen, wie Du dieſen Mann, deſſen Namen Du mir niemals nannteſt, kennen gelernt haſt, und warum Du fürchteſt, daß ich von dem Inhalte ſeines Briefes Kunde erhalte.“
„Mama, ich kann Dir nichts von Herrn Bernard ſagen. Ich kann Dir keine Aufklärung über den Mann geben, und ſollteſt Du auch noch ſo böſe dar⸗ über werden und mich völlig verkennen.“
„Du weigerſt dich alſo, mich wiſſen zu laſſen, in welchem Verhältniſſe Du zu ihm ſtehſt?“
Marianne zitterte ſo, daß ſie mit Mühe ſich auf⸗ recht erhalten konnte.
„Ich ſtehe in keinem Verhältniß zu ihm und ich beſchwöre Dich, Mutter, auf meinen Knieen, frage mich nicht. Meine Zunge würde mir nicht gehorchen, wenn man mich zwingen wollte, etwas über ihn auszuſagen. Du mußt mich kennen und mir ver⸗ trauen, wenn ich Dich heilig verſichere, daß deine Tochter ſich nie etwas zu Schulden kommen ließ, weßhalb Du ihr zu zürnen nöthig hätteſt.“
„In dieſem Fall mußt Du auch ohne Rückhalt reden können. Willſt Du, daß ich dir Glauben


