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Taſche. Gerda erblaßte. Sie erhob ſich ſchnell mit den Worten:
„Es iſt doch wohl nicht Ihre Meinung, den In⸗ halt davon mir jetzt mitzutheilen?“
„Es war meine Abſicht nicht, iſt es aber jetzt. Sie haben es ſo gewollt. Die Schuld liegt einzig an Ihnen.“
Die Stimme des Fabrikbeſitzers hatte einen har⸗ ten Klang.
„Wie, meine Tochter,“ rief jetzt Marianne,„haſt Du ein Geheimniß vor deiner Mutter?“
„Madame,“ fiel Strömberg mit einem bittern Lächeln ein,„ich fürchte, Ihre Tochter hat nicht blos eines, ſondern deren mehrere.“
„Gerda, wer iſt dieſer Bernard, von deſſen Brief Du willſt, daß ich den Inhalt nicht erfahren ſoll?“ fragte Marianne ihre Tochter mit einem ſtrengen Blick. Die Hände der nervenſchwachen Frau zitterten, ſo erregt war ſie.
„Nun, Mamſell Ahrnell, haben Sie doch die Güte und klären Sie Ihre Mutter darüber auf, wer der Mann iſt, und in welchem Verhältniß Sie zu dem⸗ ſelben ſtehen,“ bemerkte der Fabrikbeſitzer.„Sie wollen mich doch nicht zwingen, es ſelbſt zu thun.“
Gerda ſchwieg. Die Adern auf ihrer Stirne ſchwollen; ein heftiger aber ſtummer Kampf ging in ihrem Innern vor. War es Strömbergs Abſicht, ſie in die ſchreckliche Alternative zu verſetzen, entweder in einem ungünſtigen Lichte vor ihrer Mutter dazu⸗ ſtehen, oder Marianne die zermalmende Kunde zu geben, daß ihr Daniel, der ihr ſo theuer war, ſie verrathen, ſich mit einer andern Frau verheirathet


