Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Weg geführt. Sie wende ſich nunmehr an ihn, um zu erfahren, ob er ihr Jemand zu nennen wüßte, von dem ſie Unterricht im Zeichnen erhalten könnte, ſo daß ſie hernach in den Stand geſetzt würde, für irgend einen Lithographen zu arbeiten.

Gerda ſetzte noch hinzu, ſie ſei nach Calle's letztem Beſuche, wo er von dem Medaillenmodelliren geredet hätte, auf dieſen Gedanken gerathen. Sie entwickelte ihre Pläne und glaubte der Ueberzeugung ſich hin⸗ geben zu dürfen, daß ſie natürliche Anlage zum Zeichnen beſäße, da ſie ohne alle Unterweiſung darin ſchon von ihren Kinderjahren her eine große Leich⸗ tigkeit gehabt hätte, Muſter aus dem Gedächtniſſe nachzu⸗ bilden und ſogar für Stickereien, die ſie verfertigte, ſolche ſelbſt zu komponiren.

Das Reſultat von den Erwägungen der jungen Leute war, daß Calle für den Anfang ſich erbot, ſelbſt ihr Lehrer zu werden und ihr die erſten Ele⸗ mente des Zeichnens beizubringen. Sodann ſollte Gerda bei irgend einem geſchicktern Meiſter Lektionen nehmen, meinte Calle, welcher mit großer Anſpruchs⸗ von ſeinem eigenen außerordentlichen Talente prach.

Als Calle aus der Wohnung der Wittwe ſich entfernte, ließ er in Gerda's Seele die vielverſprechend⸗ ſten Hoffnungen für die Zukunft zurück. Das junge Mädchen ſchlief heute unter dem Gebete zu Gott ein, daß er ſie in ſeinen Schutz nehme und zugleich dem, welchen ſie liebte, Segen bringen möchte. Sie betete auch für ihren verbrecheriſchen Vater.

Wäre Gerda's Glaube minder ſtark und ihr Ver⸗ trauen auf die Vorſehung minder warm und innig