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meinen: ſo lang ſie nicht ein großer Kummer, oder eine große Gefahr bedroht, überlaſſen ſie ſich dem Schmerze, welchen geringeres Mißgeſchick verurſacht, und man findet gleichſam einen Genuß darin, ſich ſelbſt zu quälen; bekommt man aber plötzlich etwas vor ſich, welches wirklichem Unglück gleicht, ſo erwacht die ſchlummernde Seelenſtärke, und jede Schwachheit wird beſeitigt.“
„Was willſt Du damit ſagen?“ fragte Marianne unruhig.
„Einzig, daß ich hinfort den Fabrikbeſitzer Ström⸗ berg als einen Feind betrachten kann. Er iſt reich, ich bin arm. Er ſteht in großem Anſehen, ich bin ein geringes, unbedeutendes Mädchen. Der Kampf iſt ſomit ſehr ungleich, im Fall ich einen ſolchen mit ihm zu beſtehen habe. Er kann mir ſchaden— etwas, das ich bei ihm nicht verſuchen könnte, auch wenn ich wollte.— Alſo Muth und Seelenſtärke, im Fall eine unerwartete Gefahr ſich zeigt! Gott hilft denen, welche ſich ſelbſt helfen wollen; und nun zur Arbeit.“
Es lag ein ſo getroſtes Vertrauen in Gerda's Ton und Blick, daß Marianne ſich wie davon ange⸗
ſteckt fühlte, obwohl ſie ſich gleichzeitig einer unbe⸗ ſtimmten Beſorgniß vor der Zukunft nicht zu erwehren vermochte.
Der Tag ging zu Ende, ohne daß Etwas von der äußern Welt ſtörend auf Gerda und ihre Mutter einwirkte. Während der kurzen Feierſtunde zur Zeit der Dämmerung ſaß Gerda auf einem Schemel vor der Mutter und begann ihr den Plan mitzutheilen,
den ſie ſich in ihrem Kopfe ausgedacht hatte.


