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I.
Als Gerda am folgenden Morgen die Mutter mit einem Kuß begrüßte, war das Ausſehen des jungen Mädchens ſehr verändert. Das Wehmüthige und Bekümmerte, das in ihrem Antlitz zu erkennen geweſen war und demſelben ein Gepräge der NRie⸗ dergeſchlagenheit aufgedrückt hatte, fand ſich nicht mehr vor; an deſſen Stelle war vielmehr etwas ſo Be⸗ ſtimmtes und Entſchloſſenes getreten, daß es ausſah, als ob ſie allen weichlichen Klagen Lebewohl geſagt und ſich vorgenommen hätte, mit Muth und Kraft den Ereigniſſen entgegenzugehen, ohne ſich durch das Mißgeſchick beugen zu laſſen.
„Du ſcheinſt ja wieder ganz munter zu ſein, mein Kind,“ ſagte Marianne, indem ſie der Tochter die Wan⸗ gen ſtreichelte.„Es thut mir im Herzen wohl, dich anzuſehen und in deinem Blicke nicht jenen ſtummen Kummer zu leſen, welcher in letzter Zeit daraus her⸗ vorſchaute.
„Ich danke dir, liebe Mama, für deine Worte. Ich will hinfort dafür ſorgen, daß ich nicht mehr in die wehmüthige Weiſe verfalle,“ antwortete Gerda, indem ſie die Hände der Mutter mit Küſſen bedeckte. „Es iſt bei mir, wie bei den Menſchen im Allge⸗


