Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

272

Wenn dem ſo iſt, ſo bitte ich die Zeilen leſen zu dürfen, welche für mich beſtimmt waren.

Jetzt iſt es überflüſſig, eine ſchriftliche Mit⸗ theilung zu machen, da es mündlich geſchehen kann. Elvira nahm den bereits fertig geſchriebenen Brief und zerriß ihn. Dann fügte ſie hinzu: Ich warte indeſſen jetzt ab, daß Sie, Mylord, mir erſt das mittheilen, was Sie zu ſagen haben; dann mag die Reihe an mich kommen.

Elvira ſetzte ſich in ein kleines Sopha, Edwin blieb ſtehen. Er lehnte ſich an ein Piedeſtal,

auf welchem eine Büſte Guſtav des Erſten ſtand.

Dann ſagte er in ernſtem Tone:

Mag es ſein, weil Sie es wünſchen! Es dürfte auch nicht zu früh ſein, wenn wir nach zwei⸗ jähriger Ehe gegenſeitig unſere Gedanken ausſpre⸗

chen und klar einſehen, in welcher Stellung wir uns

zu einander befinden.

In welcher Stellung, Mylord? Das wiſſen wir ja ſchon, fiel Elvira lebhaft ein. Wir ſind Gatten vor der Welt, vor einander aber Fremd⸗ linge.

Ja, ſo haben Sie unſer Schickſal entſchieden; aber iſt es deßhalb ſo vollkommen ausgemacht, daß ich dieſes Arrangement billige?

Sie haben nie eine Einwendung dagegen ge⸗

Das iſt wahr, und ich mache es auch jetzt nicht; aber ich glaube doch einige Rechte zu beſitzen welche Sie erlauben, daß ich erwähne. 8 4

Rechte, Mylord? rief Elvira und blickte ihn ſtolz an.