Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
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ſtand. Sidney, der redliche und unbeſtechliche Freund, befand ſich nicht mehr in Schweden, und Edwin, ihr Gatte, fragte nicht darnach, ob ſie lebe oder ſterbe, ſondern überließ ſie ganz unbekümmert Armidas Pflege und Miſtriß Brows Bewachung. Schon ſeit dem Tode der Marquiſin war Elvira der Raub einer unerklärlichen Angſt. Sie fürchtete die Zukunft und fühlte ſich unglücklich durch die Ge⸗ genwart.

Als Edwin während der erſten Tage ihrer Krank⸗ heit eine ungewöhnliche Freundlichkeit zeigte, hatte Elwira bei ſeinem Anblick unaufhörlich gedacht:

Wenn Carl die Wahrheit geſprochen und ich wirklich das in einem Gefängniſſe geborene Kind eines erniedrigten und verbrecheriſchen Weibes bin, o, dann,. dann... bin ich ja nicht würdig ſeinen Namen zu tragen, und er wird mich ſicherlich von ſich jagen.

Bei dieſem Gedanken brach Elvira in Thränen aus. Es waren dieſe Thränen, welche Edwin von ihrem Krankenzimmer entfernte.

Jetzt, wo ſie ſich zum Erſtenmale in der freien Natur befand, fühlte ſie ſich einſamer und verlaſſe⸗ ner als je. Eine düſtere Schwermuth ergriff ihre Seele.

O, daß ich geſtorben wäre! dachte Elvira, als ſie und Armida ſich auf eine Bank am Strande niederließen. Das Leben iſt ja ſo leer und finſter, fuhr ſie in Gedanken fort, während Armida von ih⸗ rer Freude ſprach, Elvira endlich ſo weit bekommen

fort, Lotta, ihre treue Pflegerin, war in dem Beſitz eines Geheimniſſes, welches zwiſchen ihr und Elvira