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Als die Strahlen der Sonne Timaſiö beleuchtete,
hatte die Marquiſin aufgehört zu leben.
In ihrem Schlafzimmer gab es kein anderes lebendes Weſen, als— Elvira. Sie lag noch in der betenden Stellung mit der Verſtorbenen kalten Hand feſt in die ihrigen geſchloſſen und den Kopf gegen die Bettkante gelehnt.
Die Thüre öffnete ſich. Edwin ſtand auf der Schwelle.
— Clvira!— flüſterte er ganz leiſe und trat auf ſie zu.
Sie bewegte ſich nicht.
Er legte ſeine Hand auf ihre Schultern; aber ſie blieb in derſelben Stellung. Erſchrocken hob er ihren Kopf in die Höhe. Sie war in Ohnmacht gefallen.
Edwin nahm ſie auf ſeine Arme und trug ſie aus dem Zimmer.
Es wurde nach dem Arzt geſchickt, und Armida übernahm es, ihre Krankenwärterin zu ſein.
Ueberanſtrengung und Seelenangſt hatten ihre Kraft ſo angegriffen, daß der Doctor Anfangs ganz unruhig war. Elviras von Natur ſtarke Conſtitu⸗ tion ſiegte indeſſen und bewirkte, daß ſie, bevor der Arzt zu hoffen wagte, ſich erholte.
Während der Zeit, wo ſie das Bett nicht ver⸗ laſſen konnte, war Armida beſtändig bei ihr. Auch Edwin war die beiden erſten Tage bei ihr geblieben; da aber Elvira, ſo wie er eintrat, zu weinen anfing, ſo entfernte er ſich und beſchränkte ſich darauf, ſich durch den Arzt Kenntniß darüber zu verſchaffen, wie ſie ſich befände.


